CD REVIEW

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Review EP On The High Sea;
Cedric Moos
November2021:
www.cedricmoos.ch

Herzlichen Dank!

2018 veröffentlichten Hypnopolis ihr Album "The Time Traveller".

Gespickt mit instrumentalen Eigenkompositionen aus Blues, Swing und Jazz-Funk und mit viel Platz für Improvisation.

Das Original Line up, Andreas Zwahlen: Piano/Keyboards und Roman Oggier: Drums,wurde durch Daniela Schwarz: Saxophones, ergänzt.

Nun setzen Hypnopolis wieder die Segel.

Ihre zweite Studio Arbeit „On The High Sea“ erscheint am 6.Dezember 2021 auf ihrem eigenen Label -Room 8 Productions- und hält nicht nur in der Besetzung einige Überraschungen parat. Der Blues ist in seiner Form immer noch vorhanden:

„A Glow in the Dark", "In the Dead Of The Night" und "The Fabulous Pigeon Gang" klingen etwas schwerer, vielleicht auch rauer als auf dem Erstlings-Werk. Dafür umso stimmiger und aussagekräftiger. Minor Blues wie in verrauchten Jazz Clubs der 30/40er Jahre in Chigago oder New Orleans.

Die erste Single "Ape Theather" schafft im Gegenzug einen lockeren Spagat zwischen leichtem Swing, Saloon Piano Atmosphäre, 50's Rock'n'Roll Vibes und Surf Rock à la the Centurions. Songs wie "Primeval Soup " oder "Theme From An Imaginary TV Show" erinnern an instrumentale Filmmusik wie sie in Quentin Tarantino Filmen verwendet wurden.

Etwas Abseits der restlichen Kompositionen erscheint das Titel gebende Stück "On The High Sea". Während die restlichen sechs Songs auf dem Album entweder Blues oder Filmscore Attitüdezaubern, hebt sich "On The High Sea" etwas ab.

Die Komposition hört sich an, wie in dem Moment wenn die Schiffsleute endlich Land entdecken. Der Song an sich bringt ein dezentes Marschmusik Element mit sich. Kompositorisch erinnert der Song an Hymnen wie "Amazing Grace".

Komposition und Arrangement ist das Stichwort, den dieses Album hat diesbezüglich einiges Neues zu bieten. Die vom Saxophon gespielten Themen bleiben simpel und singbar. Gerade deswegen aber sehr eingängig und bleiben in Erinnerung. Geschmackvoll ergänzt durch Piano Fills und Improvisationen. Improvisation im Sinne von Jazz, Blues und co. aber nie aufdringlich und gut nachvollziehbar.

Interessant ist, wie sich einige Songs und derer Instrumentierungen während dem anhören entwickeln und neue Elemente hinzukommen.

"On The High Sea" ist als EP mit sieben verschiedenen Tracks vielleicht etwas grosszügig bestückt. Hinterlässt allerdings, obwohl viel Shuffle und Bluenotes vorhanden, einen recht schwerelosen Eindruck und verleitet dazu es sich nochmals anzuhören.

Es darf gespannt auf ein drittes Album gehofft werden.

Album Rezension (Album Review)
von Cédric Moos

HYPNOPOLIS „The Time Traveller“

Die Band Hypnopolis, Andreas Zwahlen (piano), Roman Oggier (drums) und Andreas Hofer (Producer),

veröffentlichen auf ihrem ersten selbst produzierten Album „The Time Traveller“, einen Querschnitt durch verschiedene Facetten des „Instrumentalen Piano Blues“.

Die erste Komposition, „Walking In The Shade“, widerspiegelt den immer wider zu hörenden Mood des Albums. Der Song erinnert mich an verqualmte Blues Keller in L.A. Die vom "The Doors" Pianisten Ray Manzarek inspirierten Fender Rhodes Klänge laden zum Relaxen und zurücklehnen ein.

„Giant Killer Bat“ und „Black Clouds“ beinhalten den Velvet Underground/Doors 60`s psychedelic Rock Sound, während „I Have Lost My Mind“ Klänge des „Saloon Pianos“ und harmonische Annäherungen an Swing Kompositionen erahnen lassen. 6/8 Groove à la Red House und erweitere Blues Harmonik sind zu hören beim „Sleeping City Blues„.

„Wo ist Die Katz?“ swingt bluesig daher mit Drum Solo und „Groovy!“ beherbergt den Funk Blues .

Zum Schluss der gleichnamige Titelsong des Albums „The Time Traveller“ ist eine klassische Piano Ballade .

Da es sich bei „The Time Traveller“ um ein Instrumental Album handelt, bleibt viel Platz für bluesige Keyboard Improvisationen. Das Album kann aktiv, oder einfach so im Hintergrund gehört werden.

Der gesamt Sound klingt manchmal etwas „elektronisch“, der Hörer kann aber so passend zum Albumtitel in verschiedene Epochen der Musikgeschichte eintauchen.

The Time Traveller

by Hypnopolis

https://www.musiknah.de/reviews/the-time-traveller-by-hypnopolis/

Eine Jazz / Blues Mischung erwartet euch im Album „The Time Traveller“ von der im Mai 2014 gegründeten Band Hypnopolis
(Altgriechisch für: Die schlafende Stadt). Wer ein wenig über die Musiker und deren Liveshows recherchiert, stößt auf den Begriff
„Comedy Jazz“.Dies hängt damit zusammen, dass die Musiker ihre Liveauftritte mit „Zynischen Ansagen und schwarzen Humor“ schmücken.

Doch kommen wir jetzt zur Platte.
Beim Durchhören des Songs fällt auf, es gibt keinen Gesang. Was sich anfangs etwas leer und ungewohnt anhört, wird schnell durch die
instrumentalen Parts überzeugt. Besonders erwähnenswert ist hierbei die Gitarre.
Dazu gibt es noch genügend andere Instrumente, die die Songs schmücken. So sticht zum Beispiel im Opener
„Walking In The Shade“ eine Walking-Bass Jazz Charakteristik hervor. Auch das Schlagzeug spielt beim Album eine treibende, aber meist im Hintergrund gehaltene Rolle.
Eine Ausnahme findet sich im Song „Wo ist die Katz?“, wo ein kleines Schlagzeugsolo auf die Zuhörer wartet.

Dagegen ist „Mondlicht Blues“ ein schönes Beispiel für die treibenden, nicht zu lauten, Schlagzeugfiguren und auch für die oben angesprochene Gitarre, die ihre eigene Geschichte erzählt.
Andere Songs wie „Das Sinkende Schiff“ oder „I Have Lost My Mind“ sind sehr aufheiternd und laden zum schnellen hin und her Schaukeln ein. Ein etwas anderes Feeling,
ja fast schon ein 70er/80er Jahre Stil, verkörpert der Song „Clock Tower“.
Die Titel der Songs sind sehr passend gewählt, so auch bei „Black Cloud“ was einen eher dunkleren, düsteren Touch mit schöner Dynamik mit sich bringt.
Der letzte und gleichnamigen Song des Albums erschafft eine leicht mystische Atmosphäre, was die knapp 40 instrumentalen Minuten super abrundet.
Insgesamt ist „The Time Traveller“ keines Wegs langweilig, sondern bietet viel Platz für tolle instrumentale Parts.
Wer also einfach mal dahin grooven will ohne einen Sänger im Ohr zu haben, ist hier bestens aufgehoben.